Willkommen im
PrevenhuberHaus

Ein historisches Tor als Blickfang, eine beeindruckende Fassade, alte Gewölbe im Inneren, ein Werkstättenhof aus den 60er Jahren ….. das sind die äußeren, formalen Zutaten für ein junges Kulturprojekt in Weyer, Oberösterreich, das vom Inhalt her zeitgenössisch bis klassisch ausgerichtet ist und sich eigens der Fotografie verschrieben hat.
Lange leer stehend wurde das Gebäude in den Sommermonaten 2020 von Konrad und Maria Neubauer erworben und revitalisiert. Derartige Projekte sind spannend, aber auch eine immense Herausforderung. Das wussten die beiden, aber es war für sie zu verlockend. Schließlich ist es über 400 Jahre her, dass das Bürgerhaus von der Familie Preuenhueber (später Prevenhuber) errichtet wurde.
Die außergewöhnliche Geschichte, die Erscheinung und der Charakter des Hauses faszinierten sie, sodass sie sich der Idee nicht verschließen konnten, auf Vereinsbasis eine Kulturstätte einzurichten. Ihr Ziel ist, das Bauwerk mit dem besonderen Flair, das weit in die wirtschaftliche und kulturelle Vergangenheit der Region verweist, in seinem Stellenwert zu würdigen und sich auf seine Geschichte einzulassen. 

Gleichzeitig wollen sie das lebendige gegenwärtige Kulturpotential erkunden und ihm einen Raum für Bildende Kunst, Literatur, Geschichte und Musik öffnen. Ganz speziell möchten sie aber eine interdisziplinäre Sichtweise fördern.
Einer der Schwerpunkte liegt auf Fotografie und Medienkunst, einer Kunstrichtung, die dadurch in ihrer Bedeutung unterstrichen und in ihrer soziokulturelle Dimension in den Mittelpunkt gerückt wird, was unter anderem auch für Jugendliche an einem Schulstandort wie Weyer nicht unerheblich ist.

Mit den neu geschaffenen Ausstellungsräumen im Prevenhuberhaus greifen Maria und Konrad Neubauer ein Konzept auf, das sie bereits von 1990 bis 1995 mit der sogenannten Straßengalerie verfolgten und erfolgreich umsetzten – einem Schauraum für Fotografie und Medienkunst. Dieser Raum umfasste damals drei überdimensionale Schaufenster im Zentrum des Ortes, in denen namhafte KünstlerInnen wie Tassilo Blittersdorf, Walter Ebenhofer, Johanna Kandl und Andrew Phelps ihre Arbeiten zeigten.

Das PrevenhuberHaus ist jeden Samstag und Sonntag von 11:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.

 

Alles über das
PrevenhuberHaus

Das spätgotische Baujuwel am Marktplatz 6 blickt auf eine lange Geschichte zurück: Das Prevenhuber Haus wurde in der 2. Hälfte des 16. Jhdts. im Stil eines spätgotischen Bürgerhauses erbaut. Nach der Gründung der Innerberger Hauptgewerkschaft 1625 ging das Gebäude in den Besitz der Prevenhuebers über und wurde zu Beginn des 19. Jhdts. das Urbaramt des Marktes Weyer. Dieses führte Verzeichnisse der Besitzrechte eines Grundherrn sowie der geforderten Leistungen seiner Grunduntertanen und gilt als bedeutende Wirtschafts- und Rechtsquelle des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Lehenswesens.

Ab 1813 kam das Haus in bischöflichen Besitz. Es beherbergte seither Handwerksbetriebe, Werkstätten und Geschäftslokale. Die neuen Besitzer Maria und Konrad Neubauer konzipieren das Erdgeschoß des Hauses als Kultureinrichtung für Weyer. Das Renaissanceportal aus dem Jahre 1642 aus Aflenzer Marmor ist ein gewaltiges Repräsentationzeichen. Auf der mächtigen Flügeltür (um 1800) prangt der Doppeladler und das Wappen der Innerberger Hauptgewerkschaft. Anlässlich der Restaurierung des Haustors 1959 wurde das Halbmaßzeichen der Prevenhueber (Hausmarke) auf der Hausfront angebracht. Um 1990 renovierte der Steyrer Restaurator Josef Wintersteiger das Tor und reinigte das Steingewände. Die Giebelfassade ist mit reichem Sgraffitodekor geschmückt, der etwa schulterbreite Abstand zu den Nachbargebäuden, die sogenannte „Reiche“, wurde ursprünglich aus feuerpolizeilichen Gründen eingehalten, um Wasserkübel und Leitern zu einem Brandherd zu bringen. Heute täuscht die Vermauerung der Reiche an der Giebelseite eine geschlossene Hausfront vor.

Über viele Jahrhunderte war die Eisenverarbeitung Grundlage für den Reichtum der oberösterreichischen Sensenschmiede und Hammergewerken. Das Gebäude am Hauptplatz demonstriert in eindrucksvoller Weise den Wohlstand in der damaligen Gesellschaft.

Valentin Preuenhueber, (später Prevenhuber), dessen Geburtsdaten unbekannt sind, stammte aus der Obersteiermark und war ab 1625 Leiter der Innerberger Hauptgewerkschaft. Er war für den weltweiten Export der Eisenindustrie aus der Region tätig. Im Zuge der Gegenreformation musste der Protestant Preuenhueber 1629 Österreich verlassen und zog nach Regensburg. Er kehrte als „Salburgischer Regent und Oberpfleger“ nach Haag zurück, wo er 1642 starb. Zugleich war er Chronist und Geschichtsschreiber und mit seinem Interesse an den Lebensbedingungen der Menschen ein Vordenker seiner Zeit. Sein Hauptwerk sind die zehn Bücher der „Annales Styrenses“, der ersten Chronik der Stadt Steyr.

Johann Adalbert Prevenhueber, Bergmann und Fachschriftsteller, kam ebenfalls aus der im 17. Jhdt. in der Steiermark ansässigen Familie. 1808 wurde er von Kaiser Franz zum „Inspektor der großen Eisenwerke des k.k. und hauptgewerkschaftlichen Wirthschaftsamtes zu Weyer“ ernannt. Prevenhueber war ein tüchtiger Fachmann, der gediegene Kenntnisse des Bergwesens besaß. Er ist der Verfasser zahlreicher Aufsätze und mineralogischer Beiträge für „angehende Werkmänner“. Den Taufbüchern ist zu entnehmen, dass ihm und seiner Frau Anna, geborene Unruh, am 13. Februar 1810 in Weyer eine Tochter namens Juliana geboren wurde.

 

Impressionen – klicken Sie sich durch unsere umfangreiche Fotogalerie

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Das PrevenhuberHaus ist jeden Samstag und Sonntag von 11:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.